Vor ein paar Jahren kannte sie noch niemand: Chia-Samen! Kleine schwarze oder weiße Körner, die, wenn sie mit Flüssigkeit in Berührung kommen, ihr Volumen vergrößern und vielseitig verwendet werden können. Mittlerweile findet man sie in fast jedem Supermarkt. Aber wieso genau sind Chia-Samen so gesund? Und warum werden sie als „Superfood“ bezeichnet? Lässt sich damit vielleicht sogar abnehmen?

Chia-Samen, das „Powerkorn der Maya“, wird seit Jahrhunderten in Nord- und Mittelamerika gegessen. Sie weisen einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen auf. Ähnlich wie Leinsamen sollen sie die Verdauung anregen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes vorbeugen. Durch die enthaltenen Ballaststoffe machen sie extrem lange satt und sollen so beim Abnehmen helfen.

Chia-Korn, wieviel Power steckt eigentlich so in Dir?

Chia-Samen sind vegan und glutenfrei. Sie enthalten zehn Mal mehr Omega-3 Fettsäuren als Lachs, neun Mal mehr Antioxidantien als Orangen, vier Mal mehr Eisen als Spinat, fünf Mal mehr Calcium als Milch, fünfzehn Mal mehr Magnesium als Brokkoli und vier Mal mehr Ballaststoffe als Leinsaat. Vitamin A und B, Kalium, Zink und Folsäure sind auch enthalten. Zudem haben Chia-Samen einen blutverdünnenden Effekt, der Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiken deutlich senkt. Und um Kritikern von Superfood-Trends den letzten Zweifel zu nehmen, reguliert das Wunderkorn sogar den Blutzuckerspiegel.

Ok! Wie bitte? Erstmal tief Luft holen!

Ich muss schon sagen, als ich diese Zahlen las, war ich positiv erschlagen und wurde ziemlich neugierig! Ich entschied mich dazu den Praxis-Test zu starten und kaufte mir im online Angebot 3kg Chia-Samen. Ganz nach dem Motto: wenn schon gesund, dann so richtig gesund-gesund!

chia-samen

Als die schwarzen Samen wenige Tage später ankamen, war ich leicht überfordert und wusste nicht so ganz, was ich mit ihnen anstellen sollte. Also befragte ich Mr. Know-It-All: das Internet. Eine Flut von Rezepten und Verwendungsarten traf mich: Ins Müsli geben, als Ei-Ersatz in den Kuchenteig kneten, über Nacht zum Chia-Pudding eindicken lassen – die Zahl der Möglichkeiten nahm kein Ende. Schließlich entschied ich mich dazu, die Samen ganz easy in meinen Joghurt zu rühren. Schmeckte irgendwie nach nichts, ein bisschen wie Sand zwischen den Zähnen. Ich glotzte in meinen nun schwarz-gepunkteten 1,8% Fett Bio-Joghurt und fragte mich: DAS ist jetzt DAS Superfood? Naja. Nach ein paar Minuten wurde aus den kleinen Körnern eine gel-artige Textur. Schmeckte ok. Ein bisschen wie ein langweiliger Joghurt-Wackelpudding.

Aufgeben wollte ich jedoch noch nicht. In den nächsten Tagen probierte ich viel aus und lernte schnell, wie die Chia-Samen in Verbindung mit anderen Lebensmitteln und vor allem Süßungsmitteln wie Honig oder Agavendicksaft zu leckeren Desserts, power-gebenden Frühstücken und cremigen Soßen avancierten. Ob Kokosmilch, Sojajoghurt, Obst oder Nüsse – zusammen mit den aufgeweichten Samen wird jedes Gericht zur healthy Superfood-Mahlzeit. Und das Beste: Diese hält dann auch noch fast doppelt so lang satt. Ich gebe zu: Man muss schon ein bisschen Geduld mitbringen, aber dann merkt man ihn, den Superfood-Effekt! Ich fühle mich gut. Fit und energie-geladen! Das Nachmittags-Tief bleibt aus und ich greife viel seltener zur Tafel Schokolade. Chia – du Power-Korn im Supermann-Cape – du hast mich überzeugt!

xx Vic